Als Anfang des 19. Jahrhunderts König Fußball seinen Siegeszug in Deutschland antrat, begann man überall, sich in Vereinen zusammenzuschließen.

Dies veranlasste auch acht fußballbegeisterte Jugendliche,

sich am 08.08.1909 in der Gaststätte Rehberg zusammenzufinden, um einen ordnungsgemäßen, eingetragenen Verein zu gründen.

Die acht Namen der Jugendlichen finden wir auf der Gründungsurkunde unseres Vereins

Wilhelm Auth Hermann Bender

Oskar Frech Karl Haubrich

Johann Hofmann Josef Lomb

Gustav Orth Emil Schneider


Da diese jungen Menschen durchweg noch nicht 18 Jahre alt waren, musste der Vater von Oskar Frech, Georg Frech die Vereinsgründung rechtskräftig unterzeichnen.


Bereits wenige Tage nach Gründung erlebte der Spielverein einen lebhaften Zustrom weiterer Mitglieder.

Als erstes Sportgelände diente der Exerzierplatz bei Sickels.

Die Torpfosten, sowie Eck- und Seitenfähnchen wurden von den Spielern aus der Stadt mit zum Spielfeld gebracht.

Anstelle der Querlatte begnügte man sich im ersten Jahr noch einer Schnur.

Fußbälle wurden aus Berlin beschafft, da in Fulda dafür keine Möglichkeit bestand.

Im Jahr 1910 trat der Fuldaer Spielverein Germania 09 e.V. dem Westdeutschen Spielverband bei und wurde mit den Vereinen aus Alsfeld, Lauterbach und Hersfeld in die Klasse B eingeordnet.

Nach Abschluss der ersten Spielrunde belegte man punktgleich mit Alsfeld den ersten Tabellenplatz. Da Alsfeld am Ende der ersten Runde jedoch auf ein Entscheidungsspiel verzichtete war bereits im ersten Jahre auch die erste Meisterschaft errungen.

Diese wurde in den darauf folgenden Jahren verteidigt, da es zu dieser Zeit noch keine Aufstiegsregelung gab.

Inzwischen war man vom Sickelser Exerzierplatz auf ein geeignetes Sportgelände auf den Klosterwiesen bei Neuenberg gewechselt.

1914, als sich der Spielbetrieb zu entfalten anschickte, nahm leider der erste Weltkrieg seinen Anfang und ein großer Teil der Vereinsmitglieder wurde zum Heeresdienst eingezogen.

Dies hatte die Einstellung des Spielbetriebes bis zum Kriegsende zu Folge.


Im Februar 1919 trat der FSV Germania mit einer Wiedersehensfeier wieder an die Öffentlichkeit. Groß und schmerzlich waren die Verluste an Mitgliedern.

Doch ging man unermüdlich an den Wiederaufbau des liebgewordenen Vereins.

Eingeteilt in die A-Klasse des Westdeutschen Spielverbandes lief im Monat März 1919 der Spielbetrieb wieder an.

Mit der Spvgg 06 Kassel, Frankfurt Höchst und Kurhessen Kassel wurden spannungsgeladen Spiele ausgetragen.

Der FSV erfreute sich eines guten Zuspruches, so dass bereits im Herbst des gleichen Jahres man mit drei Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen konnte.

Als Sportgelände stand dem Verein mittlerweile „die städtische Bleiche“ zur Verfügung.

Das Gelände stellte sich aber als ungeeignet dar, da eintretende Überschwemmungen den Platz häufig unbespielbar machten.

Im Juli 1920 schloss sich der VfR Fulda dem FSV Germania an.

In diese Zeit fiel auch die Gründung einer Gesangsabteilung, welche sich zur Aufgabe machte, die gesellschaftlichen Veranstaltungen zu verschönern.

Inzwischen betätigte sich der gesamte Verein am Neubau eines Sportplatzes. Anlässlich des 11. Vereinsjubiläums erfolgte dann die feierliche Einweihung des „Waldheimes“.

Das Einweihungsspiel bestritt die Germanenelf gegen den deutschen Meister 1.FC Nürnberg.

1921 schloss sich auch der SV Helvetia Fulda den Germanen an und das Banner des Vereins wurde geweiht.

Im darauf folgenden Jahr wurden eine Leichtathletik- und anschließend eine Kegelabteilung aus der Taufe gehoben.

Dies zeugt von der damals aktiven Breitenarbeit des Vereins.


Die Inflationszeit stellte den FSV Germania vor schier unlösbare Aufgaben.

An Pacht für das Sportgelände waren im zweiten Quartal 1923 etwa 87000 Mark zu zahlen. Der Monatsbeitrag erreichte seine Höchstgrenze im Oktober 1923 mit 13 Millionen Mark.

Nach Einführung der Rentenmark wurden im November 1923 noch 40 Pfennig an Monatsbeitrag erhoben.

Doch trotz all der widrigen Umstände fand man die Germanenelf an der Tabellenspitze.


1924 spielte die Ligaelf in der Gauliga Hessen Hannover. und das Mitgliederbuch verbuchte zu dieser Zeit 200 Senioren als Mitglieder.

Eine Überschwemmung im Frühjahr 1926 machte den „alten Waldheim“ unbespielbar und man ging wieder an einen Platzneubau auf einem Gelände neben der Johannisau heran.

Zu dieser Zeit unterhielt der Spielverein vier Seniorenmannschaften im Spielbetrieb.

Neu gegründet wurde die Radsportabteilung des Vereins.

Die Organisation des Vereins nahm straffere Formen an, so dass 1927 eine Geschäftsstelle in der Pfandhausstrasse eröffnet wurde.

Bereits 1928 wurde es international beim FSV Germania.

Zur Steigerung des Spielniveaus wurde ein ungarischer Trainer verpflichtet.

1929 wechselte man den Trainer und ein englischer Trainer wurde zum Waldheim, welches mittlerweile mit einer Tribüne versehen war, geholt.

Die Radsportabteilung wurde wieder aufgelöst.


Am Ostermontag 1930 spielte man gegen die „Wycombe Wanderers“ aus London.

3000 Zuschauer erlebten nach Abspielen der Nationalhymnen ein tolles Fußballspiel welches die Gäste aus dem Mutterland des Fußballs mit 7:0 für sich entscheiden konnten.


Die Weltwirtschaftskrise brachte für den Verein unliebsame Auswirkungen mit sich.

Der Trainer musste entlassen und die Geschäftsstelle geschlossen werden.

Der Spielbetrieb wurde jedoch ohne Auswirkungen fortgesetzt.

Die Verbandsserie 1932/33 endete zum Schrecken aller Mitglieder mit dem Abstieg aus der Gauliga Hessen/Hannover und so musste die Germanenelf den Weg in die Bezirksklasse antreten.

Dort wurde man ohne Punktverlust Meister und schaffte den direkten Wiederaufstieg in die höchste deutsche Spielklasse.

Von 1935 bis 1938 spielte man in der Gauliga Hessen und belegte dort die Plätze 5,4,7 und 9. 1937/38 musste man den Abstieg aus der Gauliga hinnehmen.

In der ewigen Tabelle des deutschen Fußballs, in der nur die Ergebnisse der jeweilig höchsten Spielklasse gezählt werden, belegt der FSV Germania 09 den 258 Rang mit 69 Punkten und 108-136 Toren bei 72 Spielen.

In der Saison 1935 erreichte die Germanenelf im erstmals ausgetragenen Tschammer-Pokal (der damalige DFB Pokal wo 4100 Mannschaften teilnahmen) die erste Schlussrunde (letzten 64).

Hier durfte man am Sonntag den 18.August 1935 den deutschen Meister von 1929 und heutigen Zweitligisten von der SpVgg Fürth in Fulda begrüßen.

Vor 2500 Zuschauern unterlag man klar mit 5:1. Das Tor für Germania erzielte Janda mit einer direkt verwandelten Ecke in der 87. Minute.

Durch die politischen Ereignisse der Machtübernahme der Nationalsozialisten ließ sich das Vereinsleben bei Germania zunächst nicht beeinflussen.

Als zur Generalversammlung 1937 ein SS Sturmhauptführer als Vorsitzender kandidierte, fand dieser einstimmige Ablehnung und ein bewährtes Vereinsmitglied wurde an die Spitze des Vereins gewählt.

Die Mitarbeiterfrage gestaltete sich durch die politische Situation sehr schwierig.

Durch Beginn des zweiten Weltkrieges wurde der Spielbetrieb immer schwieriger und musste 1940 eingestellt werden.

So bestanden vorerst nur noch die Jugend- und Schülermannschaften des Vereins Diese fielen 1943 dem totalen Kriegseinsatz zum Opfer.

Für die im Felde befindlichen Vereinsmitglieder wurde durch die Jugendabteilung eine Vereinszeitschrift erstellt.

Das Gelände des Sportplatzes Waldheim ging ohne Wissen des Vereins an einen anderen Besitzer über, welcher den Germanen jedes Benutzerrecht absprach.

Am 12.09.1944 wurde die gesamte Anlage das Opfer eines Luftangriffes.

Außer den Umkleiden blieb kaum etwas von der Anlage übrig.

Der 13.10.1945 ist der zweite Geburtstag des FSV Germania 09 Fulda.

Die Auswirkungen des Krieges auf den Sportbetrieb waren schwerwiegend.

Der Sportplatz Waldheim konnte nicht wieder gepachtet werden.

Der hergerichtete Sportplatz „an der Bleiche“ musste nach winterlichen Überschwemmungen wieder aufgegeben werden, sodass man auf dem einzigen verbliebenen Sportplatz in Fulda in der Johannisau mitnutzen musste.

Das Frühjahr 1946 brachte die ersten Verbandsspiele in der Nordhessenliga.

Nach einer neuen Klasseneinteilung fand man sich ab dem Spieljahr 1948/49 in der Bezirksklasse wieder.


Da man in der Meisterschaftsrunde den Aufstieg in die 1. hessische Amateurliga verpasste musste man dies mit Hilfe des Pokalsieges schaffen.

Im hessischen Pokalendspiel 1951 stand man der SG Höchst gegenüber und konnte mit 3:0 siegen und den Hessenpokal erringen. Dadurch war man in die 1. hessische Amateurliga aufgestiegen.

Mit einem Fackelzug bedankten sich der Verein und die Bevölkerung Fuldas für die großartige sportliche Leistung bei der Mannschaft die in folgender Aufstellung antrat:

Kreuzberg, Zaczyk H. , Papst, Hendler, Flinner, Stein, Zaczyk E., Hartmann, Busch Wenzel, Eschenbrenner.


Die Klasse konnte jedoch nicht gehalten werden und man stieg 1952 trotz guter Leistungen wieder in die 2. Hessische Amateurliga ab.

In diesem Jahr wurde unser Ehrenmitglied Karl Storch bei den Olympischen Spielen in Helsinki Zweiter und brachte die Silbermedaille mit nach Fulda.


In den darauf folgenden Jahren scheiterte man mehrmals trotz dem Erringen der Meisterschaften 52/53 und 54/55, in den Aufstiegsspielen am Wiederaufstieg in die Belegtage des hessischen Fußballs.


Zum 50. Jubiläum des Vereins wurde das neue Sportgelände am Gallasiniring die Heimat des Fuldaer Spielvereins Germania 09 e.V. und man hatte endlich eine ständige Bleibe.


Zwei Jahre später gründete man die Tischtennisabteilung des Vereins

1966 wurde auf dem Sportgelände am Gallasiniring ein eigenes Klubhaus mit Umkleiden errichtet, da die bisher genutzten Umkleiden der Gallasinihalle nicht mehr genutzt werden konnten.

Damit hatte der FSV Germania in seiner Geschichte bereits nach der Bleiche und dem Waldheim sein drittes Clubhaus.

Man spielte viele Jahre in der Bezirksklasse bis man 1972 erstmals wieder in die A-Klasse absteigen musste.

Doch bereits nach zwei Jahren wurde der Wiederaufstieg gefeiert.

In den Folgejahren spielte Germania in der Spitzengruppe der Bezirksklasse bis 1982 der erneute Abstieg in die A-Klasse folgte.

Ein düsteres Kapitel in der Vereinsgeschichte war der Boykott der fast gesamten ersten Mannschaft im November 1983, aber die "alte Garde" sorgte dafür, dass der Spielbetrieb fortgesetzt und der Abstieg vermieden wurde.

1989 war nicht nur das Jahr der deutschen Einheit, sondern auch das Jahr, in dem unser jetziges Vereinshaus erbaut wurde.

Mit einem überragenden Anteil an Eigenleistungen entstand die Germanenklause, welche heute den Mittelpunkt des Vereinslebens darstellt.

Im selben Jahr wurde Germania auch Meister der Bezirksklasse und schaffte den Sprung in die Landesliga Nord, wo man anschließend zwölf Jahre lang spielte. Mehrmals wurde von der Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga Hessen geträumt, aber es blieb ein Traum.

In der Saison 2000/2001 war der Abstieg aus der Landesliga, nachdem man mehrmals in der Relegation die Klasse halten konnte, nicht mehr zu vermeiden.

Es bekann eine schwierige Zeit für unseren Verein.

Man war nicht mehr gewillt und auch nicht in der Lage die hohen Spielergehälter zu zahlen. Daraufhin verließen fast alle Spieler den Verein. So konnte man weder in der Bezirksoberliga, noch ein Jahr später in der Bezirksliga bestehen. Auch in der Kreisliga A konnte man sich nur ein Jahr halten.Im Jahre 2005 war man erstmals seit 84 Jahren wieder in der Kreisklasse B.

Mit Spielern aus der eigenen Jugend versuchte man einen Neuanfang.

Der erste Schritt wurde in der Saison 2007/08 gemacht. Mit einer jungen Mannschaft konnte man den Aufstieg in die A-Liga schaffen.